James Low: Mitgefühl für sich selbst und andere. Köln, 19.04.2017

Bedingt durch Unwissenheit fühlen wir uns oft abgeschnitten von den Wurzeln unseres Seins. Unablässig fühlen wir uns getrieben, auf der Suche nach Sicherheit und Beständigkeit – nach einer Heimat zum Ankommen. Aus buddhistischer Sicht bietet Mitgefühl hier eine Möglichkeit, uns dieses Ankommen zu ermöglichen. Durch die Praxis des Mitgefühls eröffnet sich uns ein Weg, uns selbst und anderen mit offenem, gastfreundlichem Herzen zu begegnen  – mit einer großzügigen und gelassenen Offenheit, die ihren Ursprung in der wahren Natur unseres eigenen Geistes hat.

Weitere Informationen: hier

Ort: Dargyäling Dzogchen Gemeinschaft, Spielmannsgasse 14, 50678 Köln, Germany

Zeit: 19. April 2017, 19:30

Eintritt: 15 € (Bezahlung vor Ort)

Kontakt: Eva Kuechler: em@kuechler-therapie.de

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James Low: Buddha nature in all aspects of life. Eifel, April 2017

This retreat is aimed at familiarizing ourselves with the six bardos. We will do this by studying The Root Verses of the Six Bardos, a fundamental text of Tibetan Buddhism and a terma of the master Karma Lingpa. The six bardos describe all aspects of our human lives, including the process of death and dying. They provide us with an opportunity to discover how we can recognize all aspects of living and dying as an expression of our buddha nature, our limitless and true nature.

The Root Verses of the Six Bardos is published in the Collected Works of C.R. Lama in 2013 (Chapter 4), edited by James Low. The German edition was published in 2016 under the title  „Gesammelte Schriften von Chimed Rigdzin Rinpoche”.

You can read everything about the retreat here including the practical arrangements for registering and for accommodation. Registration starts on the evening of April 19th.

James Low will give an evening lecture on 19th April, the evening before the retreat starts,  in Cologne/Bonn on “Compassion, befriending the orphaned self”

Time: 20th – 23rd of April 2017

Place: Kamalashila Institute, Kirchstraße 22, 56729 Langenfeld, Germany

Contact: Eva Kuechler: em@kuechler-therapie.de

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James Low: Impermanence and transitions. Badowo (nahe Warschau), Mai 2017

Impermanence, transitions and the illusory nature of phenomena. We will focus on the six bardos as described in Tibetan Buddhism. These bardos are states of transition and help us to see the absence of permanence and security in our lives. We will make use of the brief text which is chapter 4 in ‘The Collected Works of CR Lama’, translated in Polish as ‘Antologia wykladów Czime Rigdzina Rinpocze’.

Thema: Impermanence and transitions.

Time: 5th – 7th of May 2017.

Place: Folwark Badowo, ul. Piekarska 31, 96- 320 Badow Gorny, Poland.

Contact: Konrad Świtała, Email: konradswitala@poczta.onet.pl

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Von der Weisheit des Lichtopfers – Rezension von Albrecht Seeger

Butterlampen-FrontCover_webLicht – dargebracht – wird als ein Ausdruck altruistischen Wünschens, als eine Geste des Gebetes verstanden. Oft soll das physische Licht in unserer oder in einer anderen Wirklichkeitsdimension Helligkeit spenden, soll Schwere, Trübung und Leid in Leichtigkeit, Klarheit und Freude transformieren, soll einen Weg erhellen.
Chhimed Rigdzin Rinpoche (1922 – 2002), Tantra- und Dzogchenmeister, war Linienhalter der Tradition des Nyingma-Klosters Khordong in Osttibet. Er zeichnete sich durch kraftvolle, unkonventionelle und zugleich traditionsbezogene Belehrungen aus.
Chhimed Rigdzin Rinpoche verfasste „Das Butterlampen-Wunschgebet“ als Praxistext, um mögliche Hindernisse im Leben seines Lehrers, Tulku Tsultrim Zangpo, zu beseitigen und das Wohlergehen aller Lebewesen zu fördern. Noch heute wird dieses Gebet regelmäßig an verschieden Orten praktiziert, dabei werden mehr als 100.000 Butterlampen angezündet und den Buddhas und Bodhisattvas dargebracht.
Verbunden mit dieser Praxis ist der Wunsch, Konflikte zu befrieden und persönlichen oder allgemeinen Frieden zu erzeugen. Samsarische Trübungen, seien sie emotionaler oder mentaler Natur, werden gereinigt und können sich als Buddhaqualitäten befreien – so der Text. Chhimed Rigdzin Rinpoche verwendet das Bild einer traditionellen Butterlampe, deren Bestandteile – das Gefäß, das Öl, der Docht und die Flamme – im Verlauf von 18 Abfolgen poetisch mit jeweils neuen assoziativen Bedeutungsebenen belegt werden, wodurch ein Spektrum von Methoden auf dem Weg zur Erleuchtung erscheint. Das Unbeschreibbare wird so bebildert und es eröffnen sich Zugänge zum Non-dualen.
Dem zentralen Gebetstext, der von allen vier tibetischen Schulen in die eigene Praxis integriert werden kann, sind traditionelle vorbereitende Übungen wie Zuflucht und Entwicklung von Bodhicitta sowie eine Siebenzweigepraxis vorangestellt. Auf Empfehlung von Chhimed Rigdzin Rinpoche wurde „Das Sutra des Königs mit der Goldenen Hand“ hinzugefügt; es weitet das Herz, unermessliches Mitgefühl entsteht. Den Abschluss dieses Mahāyāna-Textes bilden klassische Gebete wie Widmung des Verdienstes. Der Rezitationstext ist auch auf Tibetisch enthalten.
Dem Kommentar von James Low im zweiten Teil des Buches ist es zu verdanken, dass ein größeres Publikum Zugang zu dem visionären Gebetstext bekommt, der von jedem/r – auch ohne Einweihung – rezitiert werden kann. Als einer der engsten westlichen Schüler von Chhimed Rigdzin Rinpoche übersetzte er zusammen mit ihm das Gebet. Sein Kommentar, der von seiner Tätigkeit als Psychotherapeut und Erfahrung als Dzogchen-Lehrer profitiert, erhellt dem/der Leser/in aus Dzogchen-Sicht den subtilen Sinn­ge­halt des Gebetes, Zeile für Zeile. Er gibt konkrete Hinweise zur inneren meditativen Haltung während der Rezitation und erläutert das Konzept von Leerheit aus immer wieder neuen Blickwinkeln. Geistreiche und alltagsnahe Interpretationen lockern den Text auf und inspirieren durch ihre praktische Lebensweisheit, ohne sich dabei in Trivialitäten zu verlieren. Der Stil des Kommentars ist eingängig; die deutsche Übersetzung von Heike Drinkuth ist flüssig zu lesen und bleibt nah am englischen Original. Allerdings wäre ein Glossar wünschenswert.
Das Buch eignet sich sowohl für Neueinsteiger, die eine verdienst- und hingebungsvolle Gebetspraxis für eine Lichtdarbringung suchen, als auch für Personen mit Kenntnissen und Erfahrungen im Buddhismus, die dem Dzogchen gegenüber offen sind. „Lichter der Weisheit“ ist ein Buch, das einen lange begleiten kann: als Praxistext – alleine oder in Gemeinschaft rezitiert, als Arbeitsbuch – um ein lebendiges Verständnis des Gebetes zu erlangen, und nicht zuletzt als Quelle von Weisheit – sei es als Impulsgeber oder für eine gezielte Kontemplation.
„Unsere Wesensnatur ist strahlend, doch vor uns verborgen. Möge das Licht der Nichtdualität dieses Paradoxon erhellen.“ (S. 5)

Die Besprechung wurde in “Tibet und Buddhismus” veröffentlicht, hier online.

Lichter der Weisheit. Das Butterlampen-Wunschgebet von Chhimed Rigdzin Rinpoche. Mit einem Kommentar von James Low. Aus dem Englischen von Heike Drinkuth. edition khordong im Wandel Verlag, Berlin, 15.4.2014,  288 Seiten, Klappenbroschur, 22x15cm, 390g, 21,60€, ISBN: 978-3-942380-06-5

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Zuhause im Spiel der Wirklichkeit – Rezension von Cornelia Weishaar-Günter

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James Low, in der Tradition von Chhimed Rigdzin Rinpoche, stellt uns hier wundervolle Unterweisungen vor, von denen Buddhismus-Schüler aller Schulrichtungen profitieren können. Nach einer kurzen Einführung, die uns vor allem die Tragik der Anhaftung und des Samsara als großer Einöde vor Augen führt, geht es sehr schnell in die sehr tiefgehende Praxis des Dzogchen, der „Großen Vollendung“. Eigentlich ist alles sehr einfach und doch…

„Was wir für die Wirklichkeit halten, ist eine Täuschung… Daher (ist) alles, was wir in Dharma-Büchern lesen, und alles, was wir in Dharma-Unterweisungen hören können, Methoden. Sie stellen eine Art Massage für uns dar, die hilft, die Knoten unseres Verstehens zu lösen, sodass unser Dasein fließen kann…” (S.25). James Low bringt sehr originelle Beispiele wie dieses und vermittelt uns so einen sehr lebendigen Zugang zu Themen, die wir für uns vielleicht abgehakt glaubten. Wer hätte Leerheit in der Tonglen-Praxis je als „Wiederverwertungsanlage“ (S.27) gesehen oder Karma als „Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, mit der wir nicht umgehen können“ (S.42)?

Während der Wurzeltext sehr kraftvolle, aber uns eher allgemein bekannte Aspekte des Dzogchen – z.B. das Verweilen in der Gegenwart – ins Gedächtnis ruft, verblüfft Low durch interessante neue Perspektiven auf allgemein bekannte Dinge.

Das Buch ist sicher keine Einführung in den Buddhismus für den Neueinsteiger, aber eine große Bereicherung für all jene, die in ihrem „Alt-Hasentum“ festzusitzen drohen. Der allgemeine Eindruck ist: Hier spricht ein moderner Lehrer wirklich aus dem Herzen und aus eigener Erfahrung, ohne deshalb peinlich-persönlich zu werden. Er lässt dabei jedoch keinen Zweifel, dass der Kontakt zur lebendigen Überlieferung wesentlich ist. Die erwähnten Praktiken sollten und können nicht wirklich allein aus Büchern gelernt werden.

Der tibetische Originaltext ist natürlich eine Freude für all die Vielen, die inzwischen diese Sprache beherrschen oder üben. Buddhismus ist sehr präzis, kein Wort bleibt zufällig. Solange wir im Englischen oder Deutschen keine eindeutige Übersetzersprache haben – der Weg ist noch weit ! –, kann man sich nur wünschen, dass in Büchern nicht am Platz für das Original gespart wird. Als weiterführende Literatur nach Erwerb von Grundkenntnissen äußerst empfehlenswert!

Cornelia Weishaar-Günter

Die Besprechung wurde in Tibet und Buddhismus, Heft Nr. 108, 1/2014 veröffentlicht.

James Low: Zuhause im Spiel der Wirklichkeit. Ein Kommentar zum Dzogchen Schatztext: “Unmittelbares Aufzeigen der Buddhaschaft jenseits aller Klassifizierung” von Nuden Dorje. Aus dem Englischen von Robert Jaroslawski. ISBN: 978-3-942380-09-6, edition khordong im WANDEL VERLAG, berlin 2012, Originaltext in Tibetisch, Übersetzung und ausführlicher Kommentar, 200 Seiten, 20,5 x 14,5 cm, Pappeinband, erschienen am 23. November 2012, 19,80€

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Der Flug des Garuda – Rezension von Matthias Braeunig

Der Flug des Garuda Titelbild

Der Flug des Garuda Titelbild

Dies ist die zweite, überarbeitete und um einen zusätzlichen Text erweiterte Ausgabe eines für längere Zeit vergriffenen Buches. Als es in seiner ersten Fassung 1982 erschien, war es eine Offenbarung, da zu jener Zeit erst wenige Texte, die die nicht-duale Sichtweise des Dzogchen ausdrücken, in westlichen Sprachen verfügbar waren. Zwar hatten die Schüler einiger bekannter tibetischer Meister zu deren niedergeschriebenen Unterweisungen Zugang, doch außerhalb dieser Zirkel gab es nur wenige klassische Originale. “Der Flug des Garuda” von Shabkar Lama – einem tibetischen, vagabundierenden Yogi des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts – von dem diese Sammlung ihren Titel hat, war einer dieser als geheim geltenden Texte. Er hat das Potenzial seinen Leser, den Yogi oder die Yogini mit gutem Karma, in einer kreativen Vision spontan zu erleuchten. Der verborgene Sinn dieser dreiundzwanzig Vajra-Lieder mag unsere eigene, innewohnende Kraft zur Selbsterweckung anregen, indem wir für seine Inspirationen empfänglich werden und die gewohnheitsmäßigen Schleier der diskursiven Gedanken und verwirrten Emotionen einmal beiseite treten. Dass dieses Buch nun wieder verfügbar ist und sogar um einen wichtigen fünften Text erweitert wurde, kann als Glücksfall bezeichnet werden.

Es ist in erster Linie Keith Dowman, dem Englischen Übersetzer und Autor zu verdanken, dass dieser Schatz an Weisheiten und Inspiration einem größeren Publikum zugänglich gemacht wurde, und umso mehr, als er diese zweite Ausgabe ermöglicht hat. Auch wenn er anfangs dafür von einigen „Hütern der reinen Lehre“ gescholten und von anderen geschmäht wurde, so hat er doch die Zeichen der Zeit erkannt, dass mit der fortschreitenden Globalisierung und explosionsartig anwachsendem technischen Verfügungswissen die innere Orientierung auf spirituelle Werte nicht auf der Strecke bleiben darf, um diesen Planeten zu retten oder auch das eigene Heilsein zu bewahren. So gibt der Übersetzer jedem Text eine eigene Einführung mit, die es in sich hat: Sie führt nicht nur in die tibetisch-buddhistische Mystik und spezifische Begrifflichkeit ein, sondern leitet den Leser auch an, wie die Texte aufzufassen und zu verdauen sind, indem er den Kontext für ihr Verständnis liefert. Die ein oder andere Ausdrucksweise ist für den Neuling auf diesem Gebiet sicher oft genauso hilfreich wie der nachfolgende Dzogchen-Text selbst.

Shabkars Haupttext, Flug des Garuda, der mit der Einleitung etwa die Hälfte des Buches ausmacht, wird umrahmt und ergänzt von kürzeren Inspirationstexten, die von nicht weniger illustren Autoren stammen. Dem Garuda vorangestellt ist der Text „Die Tiefen der Hölle ausleeren“ von Guru Chowang. Er ist Teil eines Bekenntnisrituals und eine tiefe Reinigung des Geistes von unabsichtlichen Fehlern. Der dem Garuda nachfolgende Schatztext „Das wunscherfüllende Gebet von Kuntu Zangpo“ vom Tertön Rigdzin Godem ist eine starke Meditation, die direkt ins Herz der selbst-referenziellen Buddhadynamik führt. Die „Geheime Anweisung in einem Kranz der Sichtweisen“ von Guru Rinpoche Padmasambhava selbst verfasst, leitet den Leser durch die neun Yanas zur höchsten Sicht des Dzogchen und ermöglicht die Unterscheidung der verschiedenen Pfade und Wege zur Buddhaschaft.

Ist man einmal im Buch bis dahin gelangt und hat die essenzielle Lehre des Dzogchen in seiner Bedeutung erfasst, so bedarf es einer direkten Anleitung, wie diese vollkommene Sicht zu praktizieren ist. Diese Anleitung erhalten wir durch Patrul Rinpoches Grundsätze in „Die außergewöhnliche Wirklichkeit höchster Weisheit“ und seinem eigenen Kommentar dazu. Dieser mittlerweile vielfach anderweitig herausgegebene Text ist in seiner Klarheit und Bestimmtheit kaum zu überbieten. Man sollte sicher gehen, dass man seine drei Aussagen verinnerlicht hat und durch vertiefende Meditation – am besten mit Hilfe eines qualifizierten Lehrers – in die Praxis umzusetzen gelernt hat. Damit wird sich die herausragende Absicht dieses Buches erfüllen.

Rezension von Matthias Braeunig

Der Flug des Garuda, Fünf Dzogchen-Texte aus dem tibetischen Buddhismus, Zusammengestellt und übersetzt von Keith Dowman, Durchgesehene und erweiterte Ausgabe. edition khordong im Wandel Verlag, Berlin, 3.5.2015,  296 Seiten, Klappenbroschur, 20,5×14,5cm, 375g, 21,60€, ISBN: 978-3-942380-19-5

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