Rezension zu Die Girlande der Sichtweisen

Die Girlande der Sichtweisen Cover

Die Girlande der Sichtweisen

Ein Leitfaden zu Sicht, Meditation und Resultat der Neun Fahrzeuge

Padmasambhavas Klassiker
mit einem Kommentar von
Jamgön Mipham
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Guru Padmasambhava, der „Lotusgeborene“, auch Guru Rinpoche genannt, brachte den Buddhismus nach Tibet. Mit der „Girlande der Sichtweisen“ hat er einen einzigartigen Wissensschatz hinterlassen, der die Lehrstruktur der Neun Fahrzeuge (yanas) der Nyingma-Tradition darlegt. Jamgön Mipham aus dem 19. Jahrhundert erläutert den aus dem 8. Jahrhundert stammenden Text in seinem Kommentar.

Die darin beschriebene Sicht wird bereits vom Buddha im Brahmajala-Sutta des Palikanons erklärt und hier in den wesentlichen Eckpunkten dargestellt. Die vier nicht buddhistischen Sichtweisen werden beschrieben als: 1. Die unreflektierten Personen sind die verwirrtesten von allen und erkennen keinerlei Ursachen oder Ergebnisse. 2. Die Materialisten haben kein Verständnis davon, ob es vorangegangene oder zukünftige Leben gibt. Sie arbeiten nur, um Stärke, Ruhm und Macht in diesem Leben zu erlangen. 3. Die Nihilisten glauben nicht, dass Dinge Ursachen und Auswirkungen haben. Für sie ist alles „einfach so“ und erlischt auch genauso wieder. 4. Die Eternalisten glauben an ein permanentes Selbst, welches sie sich in allen Phänomenen vorstellen.

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Die Wege, die über diese Welt hinausführen, sind die Neun Fahrzeuge, mit klaren Methoden, um Erleuchtung zu erlangen. Sie sind dargelegt in zwei Hauptkategorien: Das Sutrayana mit seinen Erkenntnislehren und das Tantrayana oder Vajrayana enthalten Praktiken wie das Visualisieren von Meditationsgottheiten und Symbolen sowie das Rezitieren von Mantras für die Verwirklichung von Erkenntnis und Weisheit. Der innere Pfad der Transformation gipfelt in der Großen Vollkommenheit – dem Dzogchen. Es ist ein nonduales Erkennen: „Daher gibt es keine Phänomene, egal ob zusammengesetzt oder nicht zusammengesetzt, die getrennt vom eigenen Geist existieren.“

Das Buch gibt auch das tibetische Original in wunderschönen Lettern wieder und vermittelt ein spezielles authentisches Flair. Der Text lässt die Tiefe und Breite dieser Tradition des Wissens und der Fülle von Praktiken erahnen. Als vertiefende Literatur für Buddhismusinteressierte und Praktizierende ein Muss. Für Einsteigerinnen und Einsteiger bietet es einen Überblick und Anstoß, sich noch intensiver mit dem Dharma auseinanderzusetzen.

Wolfgang Schulz

Padmasambhavas Klassiker mit einem Kommentar von Jamgön Mipham
Aus dem Englischen übersetzt von Enrico Kosmos
Klappenbroschur, 150 Seiten

erschienen in BUDDHISMUS aktuell, 2/2021, hier online

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