Zuhause im Spiel der Wirklichkeit von James Low

James Low spricht in diesem Buch zum Dzogchen Praktizierenden, insbesondere die Treckchö Praxis (Durchneiden zur direkten Wahrnehmung) steht im Fokus. Im Wurzeltext von Nuden Dorje geht es um diese Praxis, wie meditiert wird und wie mit Hindernissen, die während der Praxis auftauchen können, umgegangen wird, wie die Sicht auf dem Meditationskissen und im Alltag angewendet und integriert wird. Es zeigt auf, was unter der formlosen Meditation auf die Natur des Geistes zu verstehen ist und wie dadurch der Schleier falscher Wahrnehmungen durchschnitten werden kann. James Low ergänzt dies durch seine eigene Erfahrung mit dieser Praxis und detaillierte Erläuterungen, um Unklarheiten an der Wurzel zu beseitigen. Dieses Buch ist ein wertvoller Ratgeber für alle an dieser Herzenspraxis der Buddhas Interessierten. Eine Rezension findet sich weiter unten.

James Low

Zuhause im Spiel der Wirklichkeit

Ein Kommentar zum Dzogchen Schatztext
Unmittelbares Aufzeigen der Buddhaschaft jenseits aller Klassifizierung
von Nuden Dorje

ZuhauseImSpiel_Front2013_rgbAus dem Englischen von Robert Jaroslawski

Dieses Buch präsentiert eine fruchtbare Verbindung einer althergebrachten Traditionslinie und eines modernen Kommentars. Es präsentiert das Herz des Dzogchen (›Die Große Vollendung‹, formlose Meditation auf die Natur des Geistes), eines Weges, inmitten der Begrenzungen des Alltags Freiheit zu finden.

Es bringt den tibetischen Wurzeltext zusammen mit seiner Übersetzung und einem Kommentar. Der Wurzeltext selbst wurde von Nuden Dorje Dro­phan Lingpa Drolo Tsal (Nus lDan rDo rJe ‘Gro Phan gLing Pa Gro Lod rTsal, 1809–1872) verfasst, der ein äußerst wichtiger Tertön war: ein spiritueller Schatzfinder. Er war die Wiedergeburt von Khyeu Chung Lotsawa, einem der fünfundzwanzig engen Schüler von Padmasambhava. Nuden Dorje enthüllte den von Padmasambhava verborgenen Text und erinnerte sich auch an die hierzu von Padmasambhava seinerzeit erteilten Unterweisungen. Es heißt von diesem Text, er trage die Klarheit, Kraft und Reinheit der ersten, goldenen Periode der Lehren, welche die Nyingmapa-Tradition begründeten.

Die Überlieferungslinie dieses Textes ist sehr kurz, denn sie wurde an den Übersetzer aus dem Tibetischen, James Low, von Zilnon Lingpa, Chhimed Rigdzin Rinpoche, der vierten Inkarnation von Nuden Dorje, übergeben. Der Wurzeltext konzentriert sich auf die Schlüsselpunkte des Dzogchen und zeichnet mit minimaler Ausschmückung die Dinge, die Meditierende in ihrer Praxis beachten müssen. Dieser Text ist, indem er für die Bewältigung vieler Probleme, die in Meditation und in der Komplexität des Alltags aufkommen können, eine Führung bietet, sehr hilfreich.

James Low und Robert Jaroslawski, 2007

James Low und Robert Jaroslawski, 2007

Der Kommentar stammt von James Low, einem engen Schüler von Chhimed Rigdzin Rinpoche. Seit mehr als 20 Jahren hält er auf Ersuchen seines Lehrers überall in Europa regelmäßig Dharma-Vorträge und Seminare. Er hatte diesen Text während seiner Zusammenarbeit mit Rinpoche 1978 ins Englische übersetzt und ihn dann als Unterstützung für die eigene Praxis verwendet. James Low zeigt mit diesem Kommentar die fortwährende Gültigkeit, Einfachheit und Schönheit dieser tiefgründigen Meditationsanleitung.

Dieser Kommentar wurde während eines Wochenendseminars in Todtmoos Au, Deutschland, im Juni 2007 gegeben und von  Barbara Terris editiert. Robert Jaroslawski, der mit diesem Text sehr vertraut ist, übersetzte die Veranstaltung und den vorliegenden Text.

ISBN: 978-3-942380-09-6, edition khordong im WANDEL VERLAG, berlin 2012, Originaltext in Tibetisch, Übersetzung und ausführlicher Kommentar, 200 Seiten, 20,5 x 14,5 cm, Pappeinband, erschienen am 23. November 2012, 19,80€

Gedruckt in Berlin auf FSC zertifiziertem 100% säure-, holz- und chlorfreiem, sowie geglättetem Papier, alterungsbeständig gemäß ISO 9706.

Bestellen

Rezension, erschienen in “Tibet und Buddhismus”, Heft 1/2014:

Frische Impulse                                                                       
 
James Low, in der Tradition von Chhimed Rigdzin Rinpoche, stellt uns hier wundervolle Unterweisungen vor, von denen Buddhismus-Schüler aller Schulrichtungen profitieren können. Nach einer kurzen Einführung, die uns vor allem die Tragik der Anhaftung und des Samsara als großer Einöde vor Augen führt, geht es sehr schnell in die sehr tiefgehende Praxis des Dzogchen, der „Großen Vollendung“. Eigentlich ist alles sehr einfach und doch…
            „Was wir für die Wirklichkeit halten, ist eine Täuschung… Daher (ist) alles, was wir in Dharma-Büchern lesen, und alles, was wir in Dharma-Unterweisungen hören können, Methoden. Sie stellen eine Art Massage für uns dar, die hilft, die Knoten unseres Verstehens zu lösen, sodass unser Dasein fließen kann…” (S.25) James Low bringt sehr originelle Beispiele wie dieses und vermittelt uns so einen sehr lebendigen Zugang zu Themen, die wir für uns vielleicht abgehakt glaubten. Wer hätte Leerheit in der Tonglen-Praxis je als „Wiederverwertungsanlage“ (S.27) gesehen oder Karma als „Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, mit der wir nicht umgehen können“ (S.42)?
            Während der Wurzeltext sehr kraftvolle, aber uns eher allgemein bekannte Aspekte des Dzogchen – z.B. das Verweilen in der Gegenwart – ins Gedächtnis ruft, verblüfft Low durch interessante neue Perspektiven auf allgemein bekannte Dinge.
            Das Buch ist sicher keine Einführung in den Buddhismus für den Neueinsteiger, aber eine große Bereicherung für all jene, die in ihrem „Alt-Hasentum“ festzusitzen drohen. Der allgemeine Eindruck ist: Hier spricht ein moderner Lehrer wirklich aus dem Herzen und aus eigener Erfahrung, ohne deshalb peinlich-persönlich zu werden. Er lässt dabei jedoch keinen Zweifel, dass der Kontakt zur lebendigen Überlieferung wesentlich ist. Die erwähnten Praktiken sollten und können nicht wirklich allein aus Büchern gelernt werden.
            Der tibetische Originaltext ist natürlich eine Freude für all die Vielen, die inzwischen diese Sprache beherrschen oder üben. Buddhismus ist sehr präzis, kein Wort bleibt zufällig. Solange wir im Englischen oder Deutschen keine eindeutige Übersetzersprache haben – der Weg ist noch weit ! –, kann man sich nur wünschen, dass in Büchern nicht am Platz für das Original gespart wird. Als weiterführende Literatur nach Erwerb von Grundkenntnissen äußerst empfehlenswert!

Cornelia Weishaar-Günter

Bücher dieses Autors:

Zum Autor dieses Buches:

Dieser Beitrag wurde unter Bücher, Deutschsprachige Bücher sortiert und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.