Chöd Khandro Gadgyang von Jigme Lingpa

Dieser Praxistext ist ausschließlich für Praktizierende dieser anspruchsvollen Meditationsmethode bestimmt, die von einem gelernten und erfahrenen Lehrer dieser Tradition entsprechend eingeführt wurden. Siehe auch weiter unten.

Dieser Text erscheint in deutscher Sprache voraussichtlich am kommenden Dakinitag, den 21. August 2022 und kann ab sofort hier vorbestellt werden. Dieses Praxisheft gibt es auch im Original in englischer Sprache hier.

Chöd (tib.: gcod, wörtl. »abtrennen«) ist eine spirituelle Praxis, die in der Bön-Tradition sowie in den Nyingma- und Kagyü-Schulen des tibetischen Buddhismus zu finden ist. Sie hat ihren Ursprung im 11. Jhd. und wird auch heute noch praktiziert. Die Praxis, die auch als Durchschneiden des Egos bekannt ist, basiert auf den Prajñāpāramitā- oder Vollkommene-Weisheits-Sūtras, die das Konzept der Leerheit in der buddhistischen Philosophie erläutern.

Nach Ansicht der Mahāyāna-Buddhisten ist Leerheit die letztendliche Weisheit der Erkenntnis, dass allen Dingen die inhärente Existenz fehlt. Chöd verbindet die Prajñāpāramitā-Philosophie mit spezifischen Meditations- methoden und tantrischen Ritualen. Die Chöd-Praktizierenden versuchen, die Macht der Angst durch Aktivitäten wie Rituale auf Friedhöfen und die Visualisierung der Darbringung ihres Körpers bei einem tantrischen Festmahl zu nutzen, um ihr Verständnis der Leerheit auf die ultimative Probe zu stellen.

Chöd bedeutet wörtlich »durchschneiden«. Es schneidet durch Hindernisse und Verdunkelungen, die manchmal als »Dämonen« oder »Götter« bezeichnet werden. Beispiele für Dämonen sind Unwissenheit, Wut und insbesondere der Dualismus, das Selbst als inhärent bedeutsam wahrzunehmen, was der buddhistischen Lehre von anatta (Nicht-Selbst) widerspricht. Dies geschieht in einem kraftvollen meditativen Ritual, das »eine atemberaubende Reihe von Visualisierungen, Gesang, Musik und Gebet umfasst, jeden Aspekt des eigenen Wesens anspricht und eine kraftvolle Transformation der inneren Landschaft bewirkt.«

Nach Jamgön Kongtrül beinhaltet Chöd, »das Unerwünschte bereitwillig zu akzeptieren, sich trotzig in unangenehme Umstände zu stürzen, zu erkennen, dass Götter und Dämonen der eigene Geist sind, und die egozentrische Arroganz durch ein Verständnis der Gleichheit von sich selbst und anderen rücksichtslos zu durchtrennen

Jigme Lingpa

Jigme Lingpa (‚Jigs-med gling-pa, 1729–1798) war ein tibetischer Tertön aus der Nyingma-Linie des tibetischen Buddhismus. Er war der Begründer des Longchen Nyingthik, der Herz-Essenz-Lehren von Longchenpa, von dem er der Überlieferung nach diese in einer Vision erhielt. Das Longchen Nyingthik wurde schließlich zu einem sehr berühmten und weithin praktizierten Zyklus von Dzogchen-Lehren. Der Khandro Gadgyang Chöd, »Das freudvolle Lachen der Dakinis«, ist eine bekannte Chöd Sādhanā aus dem Longchen Nyingtik.

Gedruckt in Berlin auf FSC zertifiziertem 100% OBA- , säure, chlor- und holzfreiem, recycle- und biologisch abbaubarem Papier, alterungsbeständig gemäß ISO 9706.

Liebe Leser, liebe Dharma-Freunde, wir bitte zu beachten:
Buddhistische Übungstexte und Dharma-Bücher im Allgemeinen sind Mittel, um Freiheit vom Leiden zu erlangen, und werden als Buddhas Worte angesehen. Bitte behandelt sie respektvoll. Bevor man Dharma-Texte dieser Art liest und praktiziert, ist es üblich, eine formale Übertragung (tib. Lung; skt. āgama) der Worte zu erhalten. Um in das Mandala eingeführt zu werden, erhält man die Einweihung (tib. dBang, gespr.: »wang«; skt. abhiṣeka). Um ein richtiges Verständnis dafür zu erlangen, wie man die im Text enthaltenen Methoden anwendet, ersucht man mündliche Unterweisungen (tib. Man Ngag) von einem qualifizierten Meister der Tradition zu erhalten. Man muss auch die Verpflichtungen (tib. Dam Tshig; skt. samaya) kennen, die mit der Praxis verbunden sind. Um tantrische Meditationstechniken auf die richtige Weise zu erlernen, sollte man sich also auf einen vertrauenswürdigen und gelehrten Lehrer (tib. bLama) stützen. Dies ist insbesondere für höhere tantrische Praktiken wichtig. Aber in jedem Fall können Bücher wie dieses zur Verehrung auf dem eigenen Schrein aufbewahrt werden. Diese Texte sind voller Segnungen, also lass sie deine Inspiration sein. Meditiere und übe, dass die Lehren in dein Leben integriert werden, damit du ein besserer Mensch wirst und der Welt großen Nutzen bringen kannst.

Samaya

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